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  • Ingrid Pointecker

Der kleine Verlag und die große Pandemie


Zur Einweihung des neuen Blogs hätte ich mir ein erfreulicheres Thema gewünscht, aber wir bleiben einmal pragmatisch und nehmen die Situation, wie sie uns trifft - eine Strategie, die wir auch in brenzligen Lagen in der Vergangenheit schon sehr konsequent angewendet haben.


Den Status Quo dürftet ihr alle kennen. Falls nicht, empfehlen wir die Berichterstattung im Standard, einer großen österreichischen Tageszeitung, die gut mit (auch unaufgeregten) Nachrichten online berichtet.


Der Verlag sitzt ja in Wien und seit dieser Woche gelten Ausgangsbeschränkungen - siehe hier (Stand vom 16.3.). Wie treffen die Maßnahmen uns? Ich trage einmal Stichworte zusammen, die wichtig sind und werden könnten:

  • Wir sind Vorbilder. Als kunst- und kulturschaffendes Unternehmen halten wir uns an die Vorgaben. Das bedeutet, dass wir den Versand entschleunigen und nur noch einmal pro Woche eure Bestellungen zur Post bringen. Das wird mittwochs der Fall sein.

  • Stichwort Post: Aktionen wie #buecherhamstern haben erfreulicherweise viele Bestellungen nach sich gezogen. Das verursacht auch Probleme, nämlich in erster Linie zwei:

  1. Lieferketten: Wir wissen noch nicht, wie sich Grenzschließungen auf Versandgeschwindigkeiten und die Ankunft von Neuerscheinungen und Nachdrucken auswirken werden. Hier muss ich leider an eure Geduld appellieren. Meldet euch bei uns, wenn es klemmt, wir versuchen das zu lösen. Ich bezweifle aber, dass wir schnell Gewissheit haben werden.

  2. Einzelpakete: Die Situation hat sich schon vor dieser Woche etwas zugespitzt. Ich weiß zwar vom Großteil der Bestellungen, dass sie angekommen sind, bei einigen werde ich in den kommenden Tagen nachfragen. Keine Angst, ihr erhaltet auf Wunsch eine Rückerstattung oder laufende Neuigkeiten, sobald wir diese erfahren. Danke für euer Verständnis!

  • Ein kleines Unternehmen wie mein Verlag wirtschaftet eher im sportlichen Bereich, wenn wir das so nennen wollen. 2019 war kein einfaches Jahr, weswegen ich 2020 ohnehin etwas entschleunigter geplant habe. Trotzdem wird es höchstwahrscheinlich zu Verschiebungen bei den Veröffentlichungsterminen kommen. Nicht nur aufgrund der genannten Punkte, sondern weil ich Bücher eher verzögere, damit sie nicht im Gewusel der momentanen Situation untergehen (was unfair meinen Autor:innen gegenüber wäre).

  • Einer der wichtigsten Punkte: Eine Mail an die Autor:innen wird gesondert rausgehen, mit allen Infos, die relevant werden könnten. Aber nicht mehr diese Woche, weil sich die Situation teils stündlich ändert.

  • An die Leser:innen: Bitte seid geduldig mit den schreibenden Menschen. Umstände wie Homeoffice klingen entspannt, dazu stapeln sich aber im Moment diverse Unsicherheiten und Betreuungspflichten.

  • Zusätzlich wird es in Österreich auch Unterstützungen für kleine Unternehmen wie meines geben. Das werden wir im Fall der Fälle in Anspruch nehmen. Wahrscheinlich bedeutet das aber auch Bürokratie, die an anderer Stelle Zeit wegnimmt.

  • Last but not least: Ich kann nicht vom Verlag leben und habe deswegen auch einen Brotjob. Auch dafür gibt es jetzt im Homeoffice Dinge zu erledigen. Was sonst eine gewissen Sicherheit bietet, wird nun zu einem Punkt, der auch im Auge behalten werden muss.


Fazit: Wir machen natürlich weiterhin Bücher und versorgen euch so gut wie möglich. Aber es wird automatisch nicht wie am Schnürchen laufen. Gesundheit ist wichtig - deswegen achtet auf euch und vor allem eure Mitmenschen, die zu Risikogruppen gehören. Seid umsichtig miteinander, dann wird das funktionieren.

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