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Tipps: Das einsame Haus am grünen See

July 5, 2017

 

Bei unserer ganz neuen Ausschreibung ist bisher auffällig, dass ich zum Thema mehr Fragen bekomme, als bisher Beiträge eintrudeln (wobei das zu einem so frühen Zeitpunkt nicht weiter verwunderlich ist). Zentral scheint bei allen Nachfragen zu sein, dass nicht ganz klar wird, was genau ich mit den Vorgaben gemeint habe, beziehungsweise in welche Richtung ich gerne lesen würde. Alles kein Problem, darüber schreibe ich sehr gerne ein wenig mehr.

 

Die Vorgaben zur Ausschreibung finden sich auf dieser Seite.

 

Bei den Beispielen, die ich nenne, beschränke ich mich sehr auf meinen eigenen, subjektiven Lese- und Filmgeschmack. Angesichts des Umstandes, dass eine Anthologieauswertung auch immer subjektiv geschieht, ist das aber wenig verwunderlich. Achtung: Die empfohlenen Bücher und Filme sollen euch weniger etwas über das Setting sagen, sondern eher Tipps zum Beschreiben von Einsamkeit und Isolation sein!

 

 

3 ... 2 ... 1 ... Wir starten mit Filmen!

 

Im Grunde geht es ja um Einsamkeit und das Dasein im Exil, egal, wie es dazu gekommen sein mag. Im filmischen Bereich gibt es hier offensichtliche Kandidaten dafür, wie zum Beispiel "Castaway" mit Tom Hanks oder "I am Legend" mit Will Smith. So gut eignen sich gerade diese Beispiele aber gar nicht (zumindest meiner Meinung nach), da es gerade die subtilen Untertöne des Alleinseins sind, die mir da etwas interessanter erscheinen und mal mehr, mal weniger mit der Art von Science-Fiction zu tun haben, die sich gut für die Ausschreibung eignet.

 

Drei Beispiele mit Begründung:

  • Die "Alien"-Filme: Ripley mag als Protagonistin relativ häufig von anderen Leuten umgeben sein. Schaut man ein zweites Mal hin, befindet sie sich dennoch stets in einer Art von Blase, die sie aus Gemeinschaften ausschließt. Am Ende bleibt sie Einzelkämpferin, mit allen Vor- und Nachteilen ihrer eigenen Entscheidungen. In Teilen trifft dieser Blick auch auf den ersten Film der "Alien vs. Predator"-Reihe und deren Protagonistin zu.

  • "Moon": Was eher ein Zufallsfund der Videostreaminglandschaft für mich war, hat maßgeblich dazu beigetragen, das Thema überhaupt auszuschreiben. Ähnlich wie bei "The Martian" ist der Protagonist hier weitestgehend allein und erlebt die mannigfaltigen Varianten des psychischen Drucks, der mit Einsamkeit einhergeht. Außerdem zeigt dieser Film sehr gut, dass es nicht den großen Wumms braucht, um zu wirken.

  • "Event Horizon" befasst sich mit der Art von Horror, die sich im Weltraum anbietet. Während in "Alien" tatsächlich ProtagonistInnen und Viecher in direkter Bedrohungslage durch alienfreundliche Architektur kriechen, arbeitet dieser Film mit der Ungewissheit, ob hier überhaupt etwas kriecht (außer dem Protagonisten). Ganz gut auf das Schreiben umzulegen sind hier auch Dinge wie Lichtstimmungen und Geräusche.

 

 

1 ... 2 ... 3 ... Bücher her, Vorhang frei!

 

  • Stanislaw Lem: Hier steht erst einmal der Autor, weil es zwei Bücher gibt, die ganz gut mit dem Alleinsein arbeiten, nämlich "Solaris" und "Eden". Der Gruselfaktor ist nicht zu unterschätzen, gerade bei "Eden" liegt der Fokus auf Geräuschen und der bildhaft beschriebenen Leere der Umgebung. Von "Solaris" gibt es auch Verfilmungen, allerdings muss ich gestehen, nur die alte von 1972 zu kennen (die fand ich aber nicht übel). Besondere Stärke aus meiner Perspektive: hirnzermalmende Langeweile zu beschreiben, ohne langweilig zu sein.

  • Margaret Atwood - The Handmaid's Tale: Gut, hier bewegen wir uns im dystopischen Bereich, den ich für die Ausschreibung eher nicht so prominent haben möchte. Aber: Offred, die Protagonistin, ist allein (und das auf vielen Ebenen, auch wenn manchmal von anderen Leuten umgeben), sie sitzt häufig einfach nur herum, ohne aber für LeserInnen langweilig zu werden. Ihre Einsamkeit knüpft durch den ritualisierten Charakter gut an die restliche Stimmung des Romans an, was dann am Ende sehr "wie aus einem Guss" wirkt.

  • Ray Bradbury- The Martian Chronicles: Für die Fans kurzer Geschichten dürfte diese Sammlung auf den Punkt bringen, wie das große Thema "Besiedlung fremder Welten" eine Möglichkeit für die Ausschreibung sein könnte. Je nach Geschichte erfährt man hier viel über das Menschsein an sich, die Psyche von Leuten, die auf einem neuen Planeten ganz von vorne anfangen, und wie das ganze allein oder in Gemeinschaft scheitern oder funktionieren kann. Außerdem reichen sich hier auch oft Horror und Science-Fiction das zitternde, schweißnasse Händchen.

Das ist jetzt nur ein kurzer Einblick, da ich die Dinge fast ausschließlich in englischer Sprache lese und schaue, gibt es hier auch die englischen Titel. Sollten Fragen auftreten, bitte hinterlasst mir Kommentare (gerne auf FB oder Twitter). Die angegebenen Titel sollen nur eine Hilfestellung sein. Solltet ihr eure Geschichten ganz anders gestalten wollen, ist das natürlich (wie immer) kein Problem. Bei jeder Ausschreibung "gewinnen" am Ende meist fair aufgeteilt Dinge, die ich gerne wollte und solche, die mich überrascht haben.

 

Und für alle, die jetzt schon abgeschickt oder geschrieben haben, waren das vielleicht interessante Film- und Buchempfehlungen für den Sommerurlaub. :)

 

Ganz viel Spaß beim Schreiben,

Ingrid