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Wie ein Roman ein Zuhause findet

June 23, 2018

Wieder einmal geht es in die heiße Phase: Übermorgen erscheint bei uns "Sand & Wind" ein toller Roman aus der Feder/Tastatur von Elea Brandt. Diese Gelegenheit möchte ich für einen kleinen Blick hinter die Kulissen nutzen. Wie also passiert ein "Ja" zu einem Roman und welche Gedanken stecken dahinter. Auch hier: Die Auswahl eines Romans passiert (auch) auf subjektiver Ebene. Was also für meinen Verlag gilt, muss keine Allgemeingültigkeit besitzen.

 

Die harten, kalten Fakten

Autorin Elea Brandt hat mir ihr Manuskript bereits 2016 zukommen lassen. Es dauerte einige Monate, bis ich alles gelesen hatte und mich entscheiden konnte. Warum diese lange Lesezeit? Ein Roman steht nicht ausschließlich für sich selbst. Beim Lesen bedenke ich, was derzeit viel gelesen wird, schaue mir an, was sonst noch so in der Mailbox landet und skizziere im Kopf, ob sich bereits erste Ideen für Cover und Klappentext abzeichnen (was auf der subjektiven Ebene ein sehr gutes Zeichen ist).

 

Das Persönliche

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich bereits eng mit Autorin Bianca M. Riescher zusammen, deren "Dschanor"-Reihe ähnliche thematische Töne anschlägt wie "Sand & Wind". Worin genau die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen, soll aber ein eigener Blogpost beschreiben. Eine gewisse Affinität zu Wüstenabenteuern und Settings, die ein wenig an klassische Rollenspielabenteuer á la Dungeons & Dragons erinnern, kann man mir nicht absprechen.

Schnell war klar, dass die handwerkliche Komponente keine Fragen aufwerfen würde; das Manuskript war bereits gut geschrieben und es gab sehr wenig zu meckern (und es gibt immer etwas zu meckern). Besonders beeindruckend fand ich allerdings den komplexen Weltenbau, den die Autorin mit wenigen Sätzen immer wieder einstreut, ohne zu langweilen. Zusätzlich sind die teilweise sehr untypischen Charaktere nahtlos in ihre Welt eingebettet und agieren natürlich. Als letzter Punkt soll mein eigener Hang zu einer gewissen Diversität der Charakterkonzepte nicht unerwähnt bleiben.

 

Das Geschäftliche

Ja, ich gestehe es, ich stalke (ein Stück weit) mögliche zukünftige RomanautorInnen. Sind sie in den sozialen Medien präsent? Vermarkten sie sich selbst und ihre Bücher? Und wenn ja, wie? Halten sie Kontakt zu ihren LeserInnen? Gibt es auch einmal persönliche Dinge zu lesen, die LeserInnen interessieren könnten? Stehen sie hinter ihren Werken?

Das klingt wahrscheinlich etwas gruselig, aber das Menschliche ist für ein Romanprojekt sehr wichtig, sowohl die Reichweite als auch die Zusammenarbeit betreffend. Bei Elea hatte ich nie den Eindruck, einen Menschen online und offline vorzufinden, mit dem eine Zusammenarbeit unangenehm wird. Und ganz im Gegenteil, obwohl die Arbeit an einem Buch manchmal kräftezehrend sein kann, waren wir bei unserem letzten Treffen auf der Leipziger Buchmesse ganz lieb zueinander. ;)

Beeindruckend bei dieser speziellen Autorin: Sie ist online nicht nur extrem sympathisch und unterhält sich mit LeserInnen, sondern sie ist auf so vielen Ebenen aktiv, dass ich an manchen Tagen gar nicht mehr mitkomme. Besonders ihr Twitter-Account bietet eine feine Mischung aus spannenden Dingen.

 

Der Ausblick

Ebenfalls wichtig ist es mir, AutorInnen zu finden, mit denen ich auch künftig Projekte umsetzen kann. Als besonders positives Beispiel fallen mir gerade die Autorinnen Melanie Vogltanz, Jacqueline Mayerhofer und Tanja Rast ein. Diese tauchen immer wieder im Verlagsprogramm auf, kennen mittlerweile den Verlag gut, ich weiß, was ich ihnen lesungs- und aufwandstechnisch zumuten kann und will. Und selbst wenn es holpern sollte, ist der Draht zueinander mittlerweile recht eingespielt. Außerdem sind gerade die Genannten auch ein Garant für Qualität, wenn es um Geschichten geht, die in ihrer Rohform bei mir eintrudeln.

Und auch die Geschichte Zarbahans soll an dieser Stelle erst ein Anfang sein.

 

Wir lesen uns hoffentlich übermorgen, wenn der Vorhang sich für "Sand & Wind" öffnet. Vor