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October 21, 2019

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Adventasy - Türchen 22: Magdalena und ein ernstes Wörtchen

December 22, 2018

Hey, lasst den Quatsch! *knister* *raschel* *MIAU* Sorry, ich bin gerade dabei den Weihnachtsbaum zu schmücken, was meine Kater Binx und Mister Norris unheimlich spannend finden! Besonders schön dabei ist es ja, die Girlanden zu erlegen und im hintersten Winkel des Hauses nach Herzenslust zu zerfleddern. *schnurr*

 

Aber genug von meinen kleinen Raubrittern im Flauschepelz, ich habe heute die Ehre, mich hinter Türchen Nummer 22 zu verbergen und ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Also, für die, die mich noch nicht kennen: Mein Name ist Magdalena Ecker, ich bin 31 Jahre alt und lebe in Oberösterreich. Zurzeit studiere ich Deutsch und Geschichte Lehramt Master in Salzburg. Meine große Leidenschaft ist das Schreiben/Dichten. Im Jahr 2014 brachte der Verlag ohneohren meinen Debütroman „Zwergenschwert“ heraus, an dessen Fortsetzung(en) ich augenblicklich feile. Im selben Jahr erschien beim Schlosser Verlag (Deutschland) mein erster, eigenständiger Lyrikband mit dem Titel „Diesseits der Sterne“. Ansonsten findet man meine Kurzgeschichten, Gedichte und ähnliche Werke in verschiedenen Anthologien.

 

Ich möchte diese besondere Gelegenheit nutzen und ein wenig auf die Lese- und Schreibkultur in Österreich eingehen, mit Fokus auf mein überwiegendes Zielpublikum. Kinder und Jugendliche. Denn nicht nur vom Standpunkt der Pädagogin gibt es diesbezüglich einige Baustellen. Wie die PISA-Studie von 2015 belegt, weisen 23% (!) aller SchülerInnen grobe Mängel in der Lesekompetenz auf. Lediglich 7% gehören zur Spitzengruppe. Besonders dramatisch ist der Vorsprung, welchen Mädchen gegenüber den Burschen haben, nämlich 20 Punkte. Das Gegenteil finden wir in den Mathematikkompetenzen, in welchen die Jungen deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Meine persönliche Meinung dazu, ist, dass dies nicht nur mit der schulischen Ausbildung, sondern auch mit den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen zusammenhängt. Immer noch wird vielerorts mit zweierlei Maß gemessen und die antiquierten Geschlechterrollen aus den vorherigen Jahrhunderten halten sich hartnäckig in unseren Köpfen und in unserem Alltag. Frauen werden nach wie vor schlechter für gleiche Arbeit bezahlt als Männer, und immer noch sind Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Studien und/oder Berufen eher die Ausnahme als die Regel. Mädchen tragen oft schon ab dem Kleinkindalter quietschrosa Kleidchen, Röcke oder Hosen, welche oft viel enger als nötig sind und Jungs bekommen in der Regel gedeckte Farben und lockere Sportsachen zum Tragen. Von ihnen wird auch eher erwartet tough, wild und erfolgreich zu sein. Mädchen hingegen werden eher dahingehend erzogen sich sozial, fürsorglich, kommunikativ und »brav« zu verhalten. Hinzu kommt, dass es vor allem im Vorschul- Kindergarten- und Volksschulbereich kaum männliche Bezugspersonen außerhalb der Familie gibt. Lesen ist also tendenziell eher etwas, das Kinder im direkten Kontext von Weiblichkeit kennenlernen, durch Mütter, Großmütter, Tanten und Lehrerinnen. Dabei wären männliche Lesevorbilder so wichtig! Denn spätestens ab der Pubertät, wenn die Jungen ihre eigene Identität und Männlichkeit definieren, besteht die Gefahr, dass sie sich vom weiblich behafteten Lesen distanzieren. Das kann fatale Folgen für ihre schulischen Leistungen und letztlich ihr ganzes Leben haben. Zudem wird Bildung hierzulande sehr stark »vererbt«, was zur Folge hat, dass Kinder nicht in erster Linie aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten beurteilt werden, sondern sie schlicht das Glück haben müssen in die »richtige« Familie, soziale Schicht, Ethnie, Sprache und Region hineingeboren zu werden. Migration, regionale Aspekte, Geschlecht, andere Erstsprachen und schwacher sozioökonomischer Hintergrund besiegeln oftmals die Schicksale an sich durchaus kluger, leistungsstarker und lernwilliger Schüler/innen. Hinzu kommt, dass wir bereits in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung, nämlich im Alter zwischen 10 und 11 Jahren, selektieren.

 

Ein anderes Problem, welches mir immer wieder in Bezug auf das Schreiben auffällt, ist eine stark elitäre Haltung bei uns in Österreich. Viele scheinen der Ansicht zu sein, Schreiben sei nur etwas für hochbegabte Genies oder Intellektuelle mit ellenlangen Titeln. Ich habe schon mit vielen Hobby-Autoren/innen gesprochen, welche geradezu Angst davor haben, ihre Werke irgendjemandem zu zeigen, geschweige denn sie zu veröffentlichen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, nur für sich selbst zu schreiben, aber Angst vor Ablehnung und Kritik ist meiner Ansicht nach der falsche Grund dafür. Jede/r hat das Recht zu schreiben und sich mit Hilfe von Wörtern auszudrücken. Doch so wie jemand den mutigen Schritt wagt und ein eigenes Werk in die Welt hinausschickt, stehen meist schon die Miesmacher auf der Matte und sehen sich bemüßigt mit dem Exekutionsschwert ihrer eigenen Meinung darüber herzufallen. Dabei hat das meist nur geringfügig bis gar nichts mit der Qualität des Werkes an sich zu tun. Oft sind Neid, Gehässigkeit, Vorurteile und ein Gefühl von Macht die ausschlaggebenden Motivationen dahinter. Auch was das Genre anbelangt, kann man in Österreich viel falsch machen. Wenn es kein Krimi, historisches Werk, schnulziger Liebesroman oder eine Biographie ist, hat man nur vergleichsweise geringe Chancen auf Erfolg. Auch Lyrik ist nur dann zu empfehlen, wenn man schon einen Namen hat. Und Fantasy … großer Gott! Wie kann man nur auf die Idee kommen so etwas Triviales wie Fantasy zu schreiben und dann auch noch unter dem richtigen Namen und nicht unter Pseudonym. So etwas ist doch keine Literatur.

 In einem solchen Klima der Engstirnigkeit müssen die schlummernden Schreibtalente ja verk