top of page

Der Schrei in den Void - Aktivität in sozialen Medien und die ewige Suche nach Verbesserungen

21. Okt.
3 Min. Lesezeit

Es ist Halloweensaison, also starten wir mit einem grusligen Thema: Menschen und wie man sie erreicht. Wir haben schon öfter darüber gesprochen, dass es hakt. Bei Instagram, bei Bluesky, bei Facebook und im Discord. Und nicht nur bei uns, wir sehen das ja auch bei anderen Verlagen.


Was ist passiert?


Ihr habt vielleicht mitbekommen, dass bei uns gerade eine Leserunde läuft. Zu einem Buch, das jetzt schon vor einer ganzen Weile erschienen ist, ja, deshalb ist das Interesse natürlich nicht so groß. Aber es ist noch stiller, als wir erwartet hatten. Das kann daran liegen, dass Menschen vielleicht nicht so frei über Bücher reden können und mögen, wenn die Gefahr besteht, dass die Autor*innen mitlesen. Oder wir sind alle aktuell ausgebrannt, aus den verschiedensten Gründen, vom eigenen Leben bis zum Zustand der Welt. Oder es liegt an uns im Verlag, vielleicht können wir euch nicht genug motivieren.


Eine öde Landschaft mit toten Bäumen und braunem Gras.
Symbolbild: Lebendigkeit auf Social Media

Aber das gleiche Bild zeigt sich schon seit mehreren Jahren bei Gewinnspielen. Mehrmals hat sogar niemand mitgemacht. Ebenso kommen kostenlose Dinge nicht gut an. Kurzgeschichten für umsonst? Das Spielbuch vor einigen Jahren? Und auch kleine Comics, um euch einfach mal den Tag zu versüßen, machen zwar uns Spaß, aber euch augenscheinlich nicht.


Und dass auf Social Media immer weniger kommentiert wird, das beklagen wir alle. Aber auch da macht uns Sorgen, dass wir schon Fragen stellen, um zum Austausch zu motivieren, aber die wenigen, die wirklich gut ankommen, die sind, die eher kontrovers sind.


Bisher haben wir es, wie wir hoffen, geschafft, dabei nicht in Gefilde abzurutschen, wo es mehr Ragebait als sachliche Diskussion wird. Denn in die Ecke möchten wir nicht gehen. Wir möchten uns nicht damit profilieren, auf andere herabzuschauen, wenn es um Geschmack geht. Wir möchten diesen Drang nach Negativität in den sozialen Medien nicht bedienen. (Außer, wenn es ums Ansprechen von Diskriminierung aufgrund von Marginalisierung oder die Probleme des Buchmarktes geht, und auch dann lieber sachlich und mit dem Versuch, eine Lösung zu finden, als nur reißerisch.) Aber es wird mehr und mehr zur Gratwanderung, wenn man Interaktionen möchte – und die sind leider für einen Verlag überlebenswichtig. Denn so sehr wir euch schätzen und lieben, wir müssen langfristig auch mehr Lesende ansprechen als nur unsere eingefleischten Fans.


Aber nichts davon ist neu, warum sprechen wir jetzt darüber


Das Gesicht einer Person in Grautönen. Es ist verwischt durch Bewegung und zeigt einen Schrei.
Symbolbild des Verlags beim Schreien in den Void

Unter anderem, weil der Verlag sich im Wandel befindet. Viele von euch wissen, dass wir bisher vor allem deshalb existieren, weil Verlegerin Ingrid einen Brotjob hat, mit dem sie ihr Leben finanziert, und Dinge wie Buchsatz, die meisten Cover und zumindest ein Teil des KorrLektorats intern stattfinden, durch Ingrid, ohne Bezahlung.


Ingrid scheidet zum Jahresende aber aus und der Verlag muss sich in Zukunft selbst tragen können, ohne Selbstausbeutung oder unbezahlte Arbeit.


Und wir wollen unseren Autor*innen auch die bestmögliche Sichtbarkeit bieten, zu der wir in der Lage sind. Wir glauben an unsere Bücher und möchten natürlich, dass so viele Lesende wie möglich sie entdecken können. Das ist ein immerwährender Wunsch und Prozess, und schon aufgrund dessen möchten wir uns immer weiter darin verbessern, Menschen anzusprechen.


Und nun?


Sprechen wir Klartext: Ohne euch geht es nicht. Wir haben schon mehrfach versucht, euch zu fragen, was wir besser machen können. Nicht alles davon lässt sich immer umsetzen – Charakterzitate zum Beispiel ergeben bei Anthologien wenig Sinn. Aber wo es möglich ist, versuchen wir, die Anregungen umzusetzen.


Eine Person mit heller Haut und lockigen, braunen Haaren schaut aus einem Gebüsch heraus mit einem Fernglas in die Welt.
Wir, beim Suchen nach Lösungen

Aber manchmal haben wir keine Antwort bekommen, wie, was ihr euch von unserem Discord-Server wünschen würdet, was vielleicht noch fehlt.


Deshalb einmal konkret und offen die Frage: Was müssen wir tun, um euch zu begeistern? Euch wieder zu motivieren, dass mehr Austausch stattfindet? Auf Instagram, auf Facebook, auf Bluesky oder Discord. Was machen wir falsch? Oder, falls wir gar nichts falsch machen, und es nur an der Lage der Welt liegt, gibt es dann etwas, womit wir euch diese Last etwas nehmen und wenigstens kurzzeitig ablenken und begeistern können?

 
 
 

Kommentare


bottom of page